Mörder ohne Erinnerung (WS - FHD)

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Ein Profikiller führt seine Taten routiniert und ohne sichtbare Skrupel aus.

Bis ein Schlaganfall sein Gedächtnis zerstört. Ausgerechnet in dem Moment, als er einen heiklen Auftrag erledigen soll, bricht seine Vergangenheit weg: Namen, Gesichter, Absprachen, Motiv, alles verschwimmt. Was bleibt, ist ein Mann, der zwar weiß, dass er gefährlich ist, aber nicht mehr, für wen er arbeitet und gegen wen sich seine Gewalt richtet.

Erik van Looy nutzt diese Ausgangslage für einen Thriller, der klassische Spannung mit einem psychologischen Kern verbindet. Der Auftragskiller wird plötzlich selbst zum Getriebenen, gejagt von den Auftraggebern, die ihn kontrollieren wollen, und von Ermittlern, die das Netz aus Korruption und Gewalt aufzudecken versuchen.

Die Frage, ob ein Mörder ohne Erinnerung noch in vollem Sinn verantwortlich ist, zieht sich als moralische Linie durch den Film. Zugleich spielt der Film elegant mit den Mitteln des Genres: rasche Perspektivwechsel, präzise gesetzte Twists und ein visuell konsequenter Blick in eine Welt, in der Loyalität reine Verhandlungsmasse ist.

Obwohl Angelo Ledda an Alzheimer erkrankt ist, arbeitet der Profikiller noch immer sehr präzise. Als sich die nächste Zielperson jedoch als kleines Mädchen erweist, das zur Prostitution gezwungen wurde, führt er den Auftrag nicht aus. Er macht sich auf die Jagd und will die skrupellosen Hintermänner zur Strecke bringen. Aber Ledda bleibt nicht viel Zeit: Seine Gegner sind einflussreich, die Polizei ist ihm auf der Spur, und sein Gehirn arbeitet immer unzuverlässiger. Eine willkommene Abwechslung zu den US-amerikanischen Standardproduktionen des Genres: Der durchweg spannende und einfallsreiche Thriller „Mörder ohne Erinnerung“ besticht durch überzeugende Darsteller, handwerkliche Perfektion und eine eindrucksvolle Optik.

Profikiller Angelo Ledda (Jan Decleir) leidet zunehmend unter seiner Alzheimer-Erkrankung, führt seinen Job jedoch weiterhin stets zur Zufriedenheit seiner Kunden aus. Ein neuer Job führt ihn in seine Heimatstadt Antwerpen, und die erste Zielperson ist auch schnell aus dem Weg geräumt.

Als Ledda aber realisiert, dass er auch ein zwölfjähriges Mädchen liquidieren soll, weigert er sich. Aber kurze Zeit später wird das Mädchen von jemand anderem ermordet, der dann auch auf Ledda angesetzt wird. Der erfahrene Killer kann seinen „Kollegen“ jedoch unschädlich machen und wendet sich nun gegen seine Auftraggeber. Die sind in einen Fall von Kinderprostitution verwickelt, in dem auch bereits die beiden Polizisten Eric Vincke (Koen De Bouw) und Freddy Verstuyft (Werner De Smedt) ermitteln.

Über den Mittelsmann Seynaeve (Gène Bervoets) gelangt Ledda allmählich an die Hintermänner. Die sitzen zum Teil in hohen, politischen Ämtern, doch die einflussreichen Männer werden aufgrund der blutigen Spur, die Ledda hinterlässt, nervös. Die Polizei kennt zwar mittlerweile die Identität des „Racheengels“, aber dieser entkommt ihnen immer wieder – er informiert die Beamten sogar über seinen Vergeltungszug. Das nächste Opfer soll der potenzielle Drahtzieher Baron de Haeck (Jo De Meyere) sein.

Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit: Eric und Freddy sind ihm bereits dicht auf den Fersen, und Ledda hat immer mehr mit den Auswirkungen seiner Krankheit zu kämpfen. Auch wenn die Beneluxstaaten nicht unbedingt als große Filmnationen bekannt sind, bescheren sie den Zuschauern doch in schöner Regelmäßigkeit qualitativ hochwertige Produktionen. „De Zaak Alzheimer“ ist mit einem Budget von zirka 2,5 Millionen Euro international gesehen eine absolute „Billigproduktion“, aber der spannende Thriller braucht in keinerlei Hinsicht den Vergleich mit größeren Produktionen zu scheuen: Die Darsteller, allen voran der großartige Jan Decleir, überzeugen, die Story ist einfallsreich und spannend, und die Bilder sind im wahrsten Sinne des Wortes sehenswert.

Text: ZDF
Lauflänge: 01:56:05

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Dieser Artikel wurde am Samstag 17 Oktober, 2026 im Shop aufgenommen.