Ein Flugzeugabsturz in der Karibik führt zwei Filmemacher in die Welt des Glasaalschmuggels.
Daraus wird eine Recherche über Gier, Mythen und das Überleben einer bedrohten Spezies.
Glasaale werden geschmuggelt – mit ebenso absurden Gewinnmargen wie sie mit Kokain erzielt werden. Die Reise führt über mehrere Kontinente. Eine Aal-Dame, gesprochen von Schauspielerin Katja Riemann, begleitet die Geschichte als kluge, eigenwillige Erzählerin. Sie spricht für ihre bedrohte Spezies, erzählt von jahrhundertealten Mythen und lenkt den Blick immer wieder auf das, was auf dem Spiel steht: das Überleben des Aals.
Sebastian und Marcel wollen den Präsidentenmord in Haiti untersuchen - doch die Hauptstadt wird von Gangs kontrolliert. Deswegen führt sie ihr Weg erstmal in die Dominikanische Republik.
Getarnt als harmlose YouTuber stehen sie nachts an einen Strand, an dem hunderte Fischer im Mondlicht Babyaale fangen – bewacht von einem Mann, den alle nur "La Gonga" nennen – den "Boss". Hier wird mit Geldbündeln bezahlt, Journalisten werden mit Macheten bedroht, und ein geheimnisvoller chinesischer Händler soll fast alle Aale der Insel aufkaufen.
Doch die Reise geht noch weiter: nach England, zum letzten Aalhändler Großbritanniens. Der fliegt seine Babyaale per Privatflugzeug in die russische Enklave Kaliningrad – mitten im Angriffskrieg auf die Ukraine.
Die Aaldame erinnert derweil an Sigmund Freud, der als junger Forscher an 400 Aalen scheiterte – und vielleicht genau deshalb die Psychoanalyse erfand.
In Polen treffen Sebastian und Marcel auf Pawel – einen Investigativ-Journalisten mit selbstgebauten Spionage-Gadgets und der Hartnäckigkeit von Columbo.
Pawel hat sich in den europäischen Aalhandel verbissen. Er will wissen, ob unter dem Deckmantel von Naturschutz Aale in Russlands Kriegswirtschaft geschleust werden. Die Recherche führt das Team an die polnisch-russische Grenze, wo ein Informant Geheimnisse preisgibt – und einen alten Computer überreicht, der zur Smoking Gun werden könnte.
Die Aal-Dame erinnert derweil an den ältesten Aal der Welt, der 155 Jahre in einem schwedischen Brunnen überlebte – und an die Frauen in Marokko, die Aale mit gekochten Eiern fütterten, weil sie an deren übernatürliche Kräfte glaubten.
Nach einem Jahr Recherche in Polen endet eine Observation am Flughafen ernüchternd - doch dann öffnet sich eine neue Spur in Haiti - und eine Chance, endlich ins Land zu kommen.
Sebastian und Marcel kontaktieren einen mächtigen Geschäftsmann, der den Aalhandel auf Haiti kontrollieren soll - und vor dem sich selbst Journalisten im Exil fürchten. Zu ihrer Überraschung werden sie eingeladen: erst nach Miami, dann ins Land selbst. Begleitet von einem Anwalt mit besten Verbindungen reisen sie in eine Welt zwischen extremer Armut und obszönem Reichtum, in der Fischer ums Überleben kämpfen, während wenige mit ihrem Fang Milliarden verdienen. Nicht nur das - anscheinend wird der Aalhandel auch noch genutzt, um Drogengeld zu waschen.
Und dann zeigen die Zahlen: Vielleicht gibt es eine Verbindung zwischen dem Mord am Präsidenten Haitis und dem Aal-Export.
Die Aal-Dame erzählt derweil das samoanische Märchen von Sina und dem Aal, bekannt aus dem Disney Film Vaiana - eine Liebesgeschichte, aus der die erste Kokosnuss der Welt entstand.
Mit Wegwerfhandys, verschlüsselten Festplatten und falschen Vornamen reisen Sebastian und Marcel nach Hongkong - dorthin, wo die geschmuggelten Babyaale landen.
Die investigative Journalistin Bridget hat vor Ort geschafft, was kaum jemandem gelingt: Kontakt zu aktiven Mitgliedern einer Triade. Das chinesische organisierte Verbrechen - eine der mächtigsten kriminellen Organisationen der Welt. Ein hochrangiges Triaden-Mitglied gibt Sebastian und Marcel ein seltenes Interview. Dann zeigen zwei junge Gangster dem Team ihre Schmuggelrouten entlang der Küste - 200 bis 500 Kilo Babyaale pro Lieferung, zwei- bis dreimal die Woche. Ob die Aale aussterben? Nicht ihr Problem.
Währenddessen blickt die Aal-Dame zurück ins Alte Rom, wo Aale Statussymbole der Mächtigen waren - geschmückt mit Goldketten, beweint beim Tod. Heute stirbt ihre Art milliardenfach, und niemand weint mehr.
Der Bestand des Europäischen Aals gilt seit Jahren als gefährdet. Dennoch boomt der Handel, denn das Tier zählt weltweit zu den begehrtesten Speisefischen.
Die Dokumentation ist ein Öko-Thriller und dringende Warnung zugleich. Die Investigation zeigt, wie die riesige Nachfrage ein schmutziges Geschäft befeuert und die Existenz des Aals weiter gefährdet. Der Dokumentarfilm erzählt von Schmugglern, Geschäftsleuten, Mittelsmännern und Triaden-Bossen. Die Zuschauenden sind dabei, wenn in der Dominikanischen Republik am Strand für gefischte Baby-Aale Tausende Dollar in bar den Besitzer wechseln. Und sie erfahren, wie Europäische Glasaale auf verschlungenen Wegen von Paris über Hongkong aufs chinesische Festland geschmuggelt werden.
Originalton mit deutschen Untertiteln
Text: ZDF
Lauflänge: 01:30:10